Ökomodell Achental
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Naturverträglich Skitouren- und Schneeschuhgehen

Wie in den vergangenen Wintern sind auch in dieser Saison wieder Polizisten der Alpinen Einsatzgruppe im Naturschutzgebiet Geigelstein unterwegs. Sie klären Tourengeher zusammen mit der Naturschutzwacht über die sensiblen Bereiche im Geigelstein-Gebiet auf und kontrollieren die Einhaltung der Betretungsverbote im Naturschutzgebiet.


Schleching – Mit seinem markanten Gipfel ist der Geigelstein Anziehungspunkt für Wintersportler, doch er ist auch Lebensraum für zahlreiche seltene Tierarten. Gerade im Winter können daraus Konflikte erwachsen: auf engem Raum treffen Freizeitsport und Naturschutz aufeinander. Beiden zu ihrem Recht zu verhelfen ist seit langem das Ziel der Gebietsbetreuung Achental. "Seit der Neufassung der Schutzgebietsverordnung 2009 haben die Tourengeher wieder mehr Freiheiten im Naturschutzgebiet" erläutert Gebietsbetreuerin Kathrin Schwarz vom Ökomodell Achental. So dürfe beispielsweise der "Hirsch" wieder befahren werden, eine Abfahrtvariante vom Breitenstein, die zuvor gesperrt war. "Dafür achten wir aber streng darauf, dass das Karl auf der Südseite des Breitensteins und die Abfahrt zur Ruprechtshütte ungestört bleiben" fügt Schwarz hinzu.

Durch die Betretungsverbote von Anfang Dezember bis Ende Mai sollen in erster Linie die Raufußhühner geschützt werden. In den genannten Bereichen hat vor allem das Birkwild seine Ruhezonen. Die selten gewordenen Vögel überstehen den Winter im Gebirge nur mit ihren Fettreserven. Werden sie gestört, verbrauchen sie zu viel Energie und sterben im schlimmsten Fall an Entkräftung. Dabei ist die Fluchtdistanz oft sehr groß: die Birkhühner ziehen sich zurück, ehe ein Tourengeher sie überhaupt zu Gesicht bekommt.

Damit die seltenen Vögel am Geigelstein weiterhin eine Chance haben, werden die Skitourengeher bereits an den Parkplätzen im Gebiet aufgeklärt. Neue Hinweistafeln und Flyer, die zusammen mit dem Deutschen Alpenverein entwickelt wurden, informieren über die freigegebenen Bereiche und über die Lebensweise der Raufußhühner. An der Aufklärung beteiligen sich auch in diesem Winter wieder mehrere Naturschutzwächter und die Gebietsbetreuerin. Unterstützt werden sie von der alpinen Einsatzgruppe der Polizei. Vorrangiges Ziel ist es, die Tourengeher zu sensibilisieren. "Wenn wir eine Verletzung des Betretungsverbotes feststellen, wird eine Anzeige an das Landratsamt Traunstein erstellt, welches hierauf einen Bußgeldbescheid erlassen wird." erklärt die Polizeiinspektion Grassau die andere Seite dieses Einsatzes.

Zusammen mit der Naturschutzbehörde ist man sich einig, dass die Situation derzeit zufriedenstellend ist. „Vor 15 Jahren war das Karl im Winter völlig zerfurcht“, berichtet Wolfgang Selbertinger rückblickend – er ist der zuständige Referent an der unteren Naturschutzbehörde. „Von einer Situation, wie wir sie heute vorfinden, hätten wir damals nur träumen können.“ Damit dies so bleibt, werden auch in dieser Skisaison immer wieder Naturschutzwächter und Polizeibeamte die Einhaltung der Betretungsregelungen im Naturschutzgebiet kontrollieren. Denn nur eine strikte Beachtung wird den seltenen Raufußhühnern das Überleben sichern.

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