Wie kommen Straßen zu ihren Namen?

Oft entschied die Geografie, früher ein Diktator heute der Gemeinderat. 

Früher waren in den Orten die Häuser einfach durchnummeriert. Wurde ein neues Haus errichtet vergab man einfach die nächste Zahl unabhängig vom Standort des Hauses innerhalb des Dorfes. Das hat so lange gut funktioniert, bis die Orte größer und damit unübersichtlicher geworden sind und Ortsfremde sich zurechtfinden mussten. Für die Einheimischen waren Adressen ohnehin bedeutungslos, denn jeder Hof hatte seinen Hofnamen 
Für den Fremdenverkehr, Postzustellung, Rettungsdienste war dieses System nicht mehr sinnvoll und so wurde auch in den Ortschaften des Achentals das System Straßenname und Hausnummer eingeführt.
Straßennamen werden von der Gemeindeverwaltung vergeben. Vorher sucht die Verwaltung nach geeigneten Namen – besonders sinnvoll sind meiner Meinung nach, auch historische Flurnamen oder alte Lagebezeichnungen. Nach der Gebietsreform mussten einige Straßen umbenannt werden, da in einer Gemeinde die Straßennamen eindeutig sein sollen. Dies betraf zumeist die Benennung Dorfstraße.

Straßennamen in Deutschland sind Wortnamen, die in verschiedene Typen unterteilt werden können:

Richtungsweisende Namen: Straßen, die zu den umliegenden Ortschaften führen meist so wie diese Ortschaften und beginnen meist in der Ortsmitte. So gibt es beispielsweise in Marquarstein die Straßennamen:  Staudacher Str., Loitshauser Str., Pettendorfer Str., Lanzinger Str., Schlechinger Str. und Freiweidacher Str.
Auch ein Kirchweg, eine Bahnhofstraße oder Poststraße dient der Orientierung im Ort.
Einheitliches Muster: Die Benennungen der Straßen innerhalb eines Viertels (Neubaugebiet)sind oft thematisch einheitlich (Pflanzen, Tiere, Regionen). Dies wird Grundsatz der Raumgliederung genannt. Zum Beispiel in Grassau Die Namen der umliegenden Berge: Kampenwandstr., Hochplattenstr., Geigelsteinstr., Friedenrathstr., und Staffenstr.
Persönlichkeiten: In Deutschland werden Straßen grundsätzlich nicht nach lebenden Persönlichkeiten benannt, man möchte einen möglichen Personenkult verhindern, wie er während der NS-Zeit üblich war (in nahezu jedem Ort gab es eine Adolf Hitlerstraße). Der Grundsatz der Gleichwertigkeit besagt, dass „bedeutende“ Personen namensgebend für „bedeutende“ Straßen sein sollten.