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Neue Beschilderung im Naturschutzgebiet Süssener & Lanzinger Moos

Erfolgreiche Zusammenarbeit der Achentaler Gebietsbetreuung mit dem Bauhof Marquartstein und der Unteren Naturschutzbehörde

Direkt vor der eigenen Haustür und dennoch von der Bevölkerung kaum als solches wahrgenommen liegt im Süssener und Lanzinger Moos das bereits 1955 ausgewiesene Naturschutzgebiet (NSG) Süssener und Lanzinger Moos, das zudem als FFH-Gebiet „Mettenhamer Filz, Süssener und Lanzinger Moos mit Extensivwiesen“ geschützt und Teil des europäischen Natura-2000-Netzes ist.

Bisher wiesen Schilder an der Straße vereinzelt und wenig präsent auf diese wertvolle Landschaft hin. Mit der ergänzten Beschilderung soll sie mehr in das Bewusstsein der Menschen gelangen. In Kooperation unserer Achentaler Gebietsbetreuung Magdalena Bahr mit dem Bauhof Marquartstein und der unteren Naturschutzbehörde wurden daher entlang der Wege und Pfade entsprechende Naturschutzgebietsschilder aufgestellt. Ziel ist es, Grenzen sichtbar und Schutz verständlich zu machen.

Gerade in einem Landschaftsraum wie dem Achental sind Schutzgebiete keine ‚Inseln ohne Menschen‘. Sie liegen mitten in einer vom Menschen geprägten Kulturlandschaft. Landwirtschaft, Naturschutz, Erholung und Tourismus treffen hier aufeinander.

Damit sich die Menschen jedoch entsprechend verhalten können, bedarf es einer ausreichenden Aufklärung über das Vorhandensein des Naturschutzgebietes zum einen und den damit verbundenen Verhaltensregeln zum anderen. Diese sichtbare Grenze schafft so zunächst einmal Orientierung, denn wenn die Grenze nicht erkennbar ist, können Regeln schnell als willkürlich empfunden werden.

Die neuen Markierungen sollen dabei keinesfalls den Eindruck vermitteln, dass Menschen ausgeschlossen werden, sondern sichtbar machen, dass hier bereits seit 1955 ein besonders wertvoller Naturraum geschütztwird, für dessen Erhalt die Verantwortung übernommen werden muss.

Die klassischen und wichtigen Regeln im Naturschutzgebiet sind:

  • Bitte bleiben Sie auf den ausgewiesenen Wegen,
  • führen Sie Hunde an der Leine und
  • nehmen Sie Rücksicht auf die empfindliche Tier- und Pflanzenwelt.
  • Das Entnehmen von Pflanzen, das Stören von Tieren und Veränderungen in der Natur sind nicht erlaubt.

Das Süssener und Lanzinger Moos – ein besonderer Teil des Achentals

Das Süssener und Lanzinger Moos liegt im Talraum der Tiroler Ache und gehört zu einer außergewöhnlich wertvollen Moorlandschaft. Das Gebiet ist Teil des europäischen FFH-Gebiets „Mettenhamer Filz, Süssener und Lanzinger Moos mit Extensivwiesen“ (DE 8240-371). Das gesamte FFH-Gebiet umfasst rund 149,5 ha und ist wegen seiner alpinen Talmoore von überregionaler naturschutzfachlicher Bedeutung. (LfU Bayern)

Quelle Karte: FinWeb/ FinView

Interessant ist dabei insbesondere die Entstehung des Lanzinger Mooses: Es liegt in einer Rundhöckerlandschaft, die durch einen Bergsturz am Ende der letzten Eiszeit geprägt wurde. In den dadurch entstandenen abflusslosen Senken konnten sich Moore entwickeln. Heute findet man dort ein Mosaik aus Mooren, Streuwiesen, Extensivwiesen, Kalkmagerrasen und naturnahen Gewässerabschnitten. (Regierung von Oberbayern). Auch mehrere besonders geschützte Arten gehören zu den FFH-Schutzgütern, darunter beispielsweise die Gelbbauchunke, der Frauenschuh und das Sumpf-Glanzkraut. (Bundesamt für Naturschutz)

Das macht das Gebiet so wertvoll: Man schützt hier nicht einfach ‚eine Wiese‘ oder ‚ein Moor‘, sondern ein ganzes Netzwerk und Zusammenspiel verschiedener Lebensräume und Arten.

Ein herzliches Dankeschön an den Bauhof Marquartstein für diese gelungene Gemeinschaftsaktion mit der Gebietsbetreuung Achental zum Schutz unserer wertvollen Natur.


Miteinander – ein Picknickplatz im Naturschutzgebiet? Möglich, wenn sich alle naturverträglich verhalten.