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Die verborgene Welt der winzigen Schnecken

Sie sind klein, oft unscheinbar und werden leicht übersehen – und doch erzählen Schnecken viel über die Vielfalt und den Zustand unserer Landschaft. Auch im Achental leben faszinierende Arten, von der winzigen Punktschnecke bis hin zu seltenen und geschützten Spezialisten.

Wer an Schnecken denkt, hat vermutlich zuerst die Weinbergschnecke oder die Nacktschnecke im Garten vor Augen und empfindet sie daher sehr wahrscheinlich eher als lästig, wenn sie sich über den mühsam gepflanzten Salat hermachen. Doch die Welt der heimischen Schnecken ist weitaus vielfältiger und vor allem sind die kleinen ‚Plagegeister‘ nützlich und wichtig für den Naturschutz, etwa wenn sie auf bestimmte Lebensräume spezialisiert sind.

Auch sind viele unserer Arten so klein, dass man sie mit bloßem Auge kaum wahrnimmt. Mit einem Gehäuse von gerade einmal etwa 1,2 bis 1,5 mm zählt beispielsweise die Punktschnecke zu den kleinsten heimischen Landschnecken. Sie lebt unter anderem in Laubstreu, Moos und Totholz. Wer sie entdecken möchte, muss also schon sehr genau hinschauen.

Kleine Tiere mit großer Geschichte

Schnecken gehören zu den Weichtieren (Mollusken) – einer sehr alten Tiergruppe. Ihre Entwicklungsgeschichte reicht mehr als 500 Millionen Jahre zurück. Damit lebten ihre Vorfahren bereits lange vor den Dinosauriern auf der Erde. Schnecken sind somit seit jeher die stillen Mitarbeiter unserer Ökosysteme: Sie helfen beim Abbau abgestorbener Pflanzen, führen Nährstoffe zurück in den Kreislauf und dienen zahlreichen Tieren als Nahrung. Auch ihre eigene Ernährung ist erstaunlich: Viele Schnecken besitzen eine sogenannte Radula, eine Art Raspelzunge mit zahlreichen winzigen Zähnchen. Mit ihr können sie Nahrung regelrecht abschaben.

Neben häufigen Arten gibt es in unserer Landschaft auch seltene und besonders geschützte Schnecken. Dazu gehören beispielsweise verschiedene Windelschnecken, die in feuchten Wiesen, Mooren und Sümpfen leben. Einige Arten sind nach der europäischen FFH-Richtlinie geschützt. Ihr Vorkommen kann Hinweise darauf geben, dass ein Lebensraum besonders naturnah und wertvoll ist.

So ist beispielsweise die winzige Quellschnecke an ihren außergewöhnlichen Lebensraum angepasst: Sie benötigen kühles, sauberes und möglichst naturnahes Quellwasser und können nicht einfach auf einen anderen Lebensraum ausweichen. Werden Quellen verändert, gefasst, verschmutzt oder trocknen sie aus, kann dies für die hoch spezialisierten Arten zum Problem werden. Die kleinen Schnecken sind damit auch Botschafter für den Zustand unserer Quellen im Achental.

Das Achental einmal ganz klein betrachtet

Mit seinen Feuchtwiesen, Quellen, Auen und naturnahen Wäldern bietet das Achental eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume, von denen seine ganz eigene Schneckenwelt beherbergen kann.

Die Beschäftigung mit den kleinen Weichtieren zeigt deshalb einmal mehr: Artenvielfalt beginnt nicht erst bei den großen und auffälligen Tieren. Sie steckt im Moos am Waldboden, zwischen feuchtem Laub, in einer Moorwiese und sogar in einem unscheinbaren Quellrinnsal.